Besichtigung der Baustelle des Einhorn-Tunnels

Endlich war es soweit. Gegen 17:45 Uhr trafen sich die Altersgenossen, um sich die Baustelle der zukünftigen Ortsumgehung Schwäbisch Gmünd anzuschauen. Frau Zengerle von der Bauleitung empfing uns und versorgte uns bei einem Vortrag mit vielen interessanten Informationen.

So ist die Baumaßnahme mit Gesamtkosten von ca. 230 Millionen Euro - davon etwa 179 Mio. für den eigentlichen Tunnel - immer noch die teuerste im Bau befindliche Ortsumgehung Deutschlands. Während der eigentliche Tunnel 2,2 km lang ist, beträgt die Gesamtlänge der Baustelle mehr als 4 km. Der Tunnel besteht aus der Fahrröhre und dem Rettungsstollen, die in regelmäßigen Abständen miteinander verbunden sind. Dabei sind die Zu- und Abfahrten so angelegt, dass später durch eine "einfache" Aufweitung des Rettungsstollens eine zweite Fahrröhre gebaut werden kann.

Nachdem die Teilnehmer die elegante Schutzkleidung - bestehend aus Helm, Weste und Gummistiefeln in leuchtenden Farben - angelegt hatten, ging es hinunter in die Baugrube Richtung Tunnelportal. Dabei bekam man gleich noch einen Eindruck von den gewaltigen Spezialmaschinen, die dort zum Einsatz kommen.

Bitte recht freundlich

Wegen der fortschreitenden Arbeiten ist es seit längerer Zeit nicht mehr möglich, bei Führungen in den eigentlichen Tunnel hineinzugehen. Wir hatten aber zumindest das Glück, direkt ans Portal heranzukommen, wie man auf den Bildern gut erkennen kann.

Im Gänsemarsch ging es anschließend wieder nach oben, wo wir noch einen guten Blick auf einen Abschnitt des in offener Bauweise erstellten Tunnelteils hatten. Während wir uns noch dort aufhielten kam plötzlich ein kräftiges Grollen aus dem Tunnel und der Boden unter unseren Füßen vibrierte leicht. Gerade war im Tunnel - über 600 m tief im Berg - eine Sprengung durchgeführt worden.

Schließlich wechselten wir noch auf die andere Straßenseite, um uns den Trog anzuschauen, der weitestgehend fertig gestellt ist, und über den in Zukunft die Fahrzeuge in den Tunnel hinein bzw. aus ihm heraus rollen werden.

Alles in allem war es sehr interessant, sich diese Herausforderung vor Ort anzuschauen. Angesichts des enormen Aufwands, der hier getrieben werden muss, versteht man nun auch sehr viel besser, warum es noch bis Ende 2012 dauern wird, bis der Tunnel in Betrieb gehen kann. Wir freuen uns jedenfalls darauf und wer weiß, vielleicht kann man sich alles ja in 1 oder 2 Jahren noch einmal anschauen? Die Fortschritte, die bis dahin erzielt werden, würden es ganz bestimmt wert sein.