Kulinarische Stadtführung

Am 13. April erlebten 26 Mitglieder des AGV 1958 eine ganz neue Art der Stadtführung.

Die Idee dazu, die derzeit noch erprobt wird: eine Stadtführung wird angereichert mit kurzen Aufenthalten in verschiedenen Gmünder Gastronomiebetrieben, um sich ein wenig auszuruhen und für den weiteren Verlauf zu stärken.

Unsere Führerin Wanna Londero erwartete uns gegen 16 Uhr in der „Cantina Tomaso“ in der Honiggasse. Bei italienischen Köstlichkeiten gab es einige Infos zum Bantelschen Anwesen.

Weiter ging es durch die Honiggasse, die früher ein Viertel mit Handwerkern war, was man an den meist kleinen Häusern sieht, die ursprünglich außerhalb der inneren Stadtmauer lagen. Nach einem kurzen Zwischenstopp am Faulturm (der so heißt, weil dort diejenigen inhaftiert wurden, die zu „faul“ waren, ihre Schulden zu bezahlen) ging es an den Eingang der Kappelgasse, wo der Verlauf der inneren Stadtmauer im Boden markiert ist.

Im Innenhof des Spitals bekamen wir Erläuterungen über dessen Geschichte und die Reichtümer, vor allem in Form von Ländereien im Umland, die dieses im Laufe der Zeit durch Vermächtnisse anhäufte.

Der nächste kulinarische Zwischenstopp erfolgte dann im „Drei König“ am Kalten Markt, wo es Tellersulz und Most gab.

Der „Kalte Markt“ heißt übrigens so, weil dort früher Viehmarkt war, und zwar nur in der kalten Jahreszeit, weil es sonst keine Möglichkeit gab, Fleisch längere Zeit haltbar zu machen. Weiter ging es zum Franziskaner mit der ursprünglich romanischen, dann gotischen, inzwischen aber barocken Kirche, die dem heiligen Franz von Assisi geweiht ist. Nicht zum ersten Mal hatten wir Gelegenheit, uns dieses wunderschöne Gotteshaus anzuschauen.

Im Marktgässle gab es dann die nächste Stärkung, und zwar im Maultäschle, wo wir natürlich Maultaschen mit Kartoffelsalat zu uns nahmen.

Anschließend nahmen wir die längste „Einzeletappe“ in Angriff. Am Marienbrunnen auf dem Marktplatz erfuhren wir einiges über die doppelgesichtige Statue, und weitere Erläuterungen drehten sich ums Rathaus. Dieses ehemalige Patrizier-Wohnhaus wurde an die Stadt verkauft, als seinerzeit das alte Rathaus vor der Johanniskirche abbrannte. Auch zur Grät gab es interessante Infos. So diente das Gebäude im Mittelalter als Kaufhaus, und das Relief mit den Heiligen Drei Königen erinnert daran, dass deren Gebeine bei der Überführung von Mailand nach Köln auch eine Nacht in Schwäbisch Gmünd waren.

Weiter ging es diesmal leider nur um das Münster herum, denn – was selten der Fall ist – alle Türen waren verschlossen. Am Glockenturm vorbei gingen wir zur Johanniskirche, deren Entstehungsgeschichte als Stiftung der Agnes von Hohenstaufen hinlänglich bekannt sein dürfte.

Weniger bekannt allerdings dürfte sein, was uns Sergio Rota, der Inhaber des Café Margrit, dort bei Kaffee und leckerem Gebäck erzählte.

Das Gebäude steht auf einer Fundamentplatte, die derjenigen der Johanniskirche sehr ähnlich ist, was auf eine ungefähr gleiche Entstehungszeit schließen lässt. Verstärkt wird diese Annahme dadurch, dass Dachbalken bei Untersuchungen auf das 13. Jahrhundert datiert werden konnten.

Nach einem letzten kleinen Spaziergang erreichten wir die Osteria im Türlensteg, wo der Abend gemütlich ausklang.

Unser Fazit: 4 Stunden sind lang und lehrreich, aber auch sehr gut zu bewältigen, weil man ja immer wieder verschnaufen und sich stärken kann. Ein rundherum gelungener Nachmittag, der hoffentlich zum festen Programm der Stadtführungen dazukommen wird.