Jahresausflug 2013

Wie die Vereinsmitglieder und alle aufmerksamen Leser dieser Seite wissen, ist "Jahresausflug" diesmal ein wenig untertrieben.

19. September 2013

Wie immer in "Schnapszahljahren", so haben wir auch diesmal etwas Besonderes vor. Deshalb geht es vom 28. September bis zum 6. Oktober auf Kreuzfahrt ins östliche Mittelmeer.

Am Samstag fahren wir zunächst nach Stuttgart, wo wir den Zubringerbus besteigen, der uns bis Sonntag nach Venedig bringt. Dort gehen wir an Bord der Costa Fascinosa und legen um 17 Uhr gen Bari ab, wo wir am Montag gegen 11:30 sein werden.

Nach einem kurzen Aufenthalt geht es schon 3 Stunden später weiter nach Griechenland, genauer ins historisch bedeutsame Olympia. Zum Landausflug am Dienstag ist dann frühes Aufstehen angesagt, da wir schon um 8 Uhr vor Ort sein werden, was uns auch an den beiden folgenden Tagen blüht.

Weiter geht es am Nachmittag nach Izmir, wo wir am nächsten Tag ebenfalls gegen 8 Uhr eintreffen werden. Wir bleiben in der Türkei und fahren weiter nach Istanbul, wo wir den gesamten Donnerstag verbringen werden.

Freitag ist ein Seetag, bevor wir Samstagmittag an unserer letzten Station Dubrovnik festmachen werden. Abends um 17 Uhr geht es dann vollends zurück nach Venedig, wo wir am Sonntag gegen 10 Uhr eintreffen werden.

Wenn die Technik unterwegs mitspielt, dann werde ich versuchen, hier eine Art Reisetagebuch zu führen. Drückt mir also die Daumen und schaut immer mal wieder rein.

26. September 2013

Langsam wird es ernst und es fängt an zu kribbeln, denn heute ist nicht nur ein normaler Stammtisch. Die Kreuzfahrer treffen sich schon etwas früher, um die ganzen Unterlagen für unsere Reise zu bekommen. Letzte Informationen gibt es natürlich auch, z.B. wann und wo genau wir uns am Samstag treffen.

Ob die Tatsache, dass die Zahl der Zugriffe auf die Homepage in letzter Zeit deutlich angestiegen ist, wohl damit zusammenhängt? Ich habe keine Ahnung, aber zumindest wurde dadurch die Zahl von 100.000 Hits heute erreicht und damit deutlich früher, als noch vor einigen Wochen zu erwarten war.

28. September 2013

Wie erwartet, bekamen wir beim letzten Stammtisch alle Unterlagen und fehlende Informationen. Die letzten Kleinigkeiten warten darauf, verpackt zu werden. Die Wettervorhersage ist für die gesamte Reise eher etwas kühler, also muss auch ein warmer Pulli und eine regendichte Jacke mit. Aber wir lassen uns die gute Laune nicht verderben.

Demnächst geht es zum Treffpunkt.

29. September 2013

Costa Fascinosa
Costa Fascinosa

Nach einer Busfahrt, die kürzer war, als angegeben, kamen wir gegen 8:45 Uhr in Venedig an. Die Koffer waren schnell versorgt, und dann ging es in die Stadt. Wir liefen vom Hafen bis zum Markusplatz und ließen dabei natürlich auch die Rialto-Brücke nicht aus. Leider war das Wetter durchwachsen, es tröpfelte ab und zu sogar. Gleichzeitig war es mild und schwül. Mit dem öffentlichen Nahverkehr - natürlich findet der in Venedig auf dem Wasser statt - ging es am frühen Nachmittag zurück. Direkt an einem der Kanäle sitzend gab es ein kleines Mittagessen in einer Trattoria. Dabei konnten wir ein Brautpaar beobachten, das in einer Gondel vorbeifuhr.

Das Einchecken dauerte doch recht lange, vor allem die immer gleichen Kontrollen waren schon etwas nervig. Dabei gab es nur eine Sicherheitskontrolle, ähnlich wie am Flughafen, aber 4 oder 5 Mal wurden unsere Papiere geprüft, obwohl wir längst in einem Bereich waren, der für Nicht-Passagiere unerreichbar ist. Nach Bezug der doch erstaunlich geräumigen Kabine und einer ausgiebigen Dusche gingen wir daran, das Schiff zu erkunden.

290m lang, 35,5m breit, 14 Decks, 1.508 Kabinen, bis zu 3.800 Passagiere, mehr als 1.110 Besatzungsmitglieder, 23 Knoten Reisegeschwindigkeit, 113.200 BRZ - beeindruckend sind allein schon die Zahlen. Noch viel beeindruckender allerdings ist die Wirkung eines solchen Schiffs, egal, ob man sich ihm nähert, oder ob man darauf ist.

Venedig
Venedig

Das Ablegemanöver beobachteten wir von einem der hochgelegenen Decks. Rückwärts wurde das Schiff aus dem Hafenbecken herausmanövriert, und dann ging es in langsamer Fahrt an der Kulisse Venedigs vorbei.

Zum Abendessen trafen wir uns alle im Restaurant, wo wir unsere Tische zugewiesen bekamen. Das Essen bestand aus sieben Gängen und war sehr lecker.

Anschließend kam ich endlich dazu, mein Notebook für die Nutzung des Internets einrichten zu lassen, was sehr verwirrend war und nur mit Hilfe der Rezeption gelang. Die Verbindung stellte sich dann nicht nur als teuer heraus, sondern auch noch als sehr langsam. Deshalb wird es von dieser Reise Bilder erst geben, wenn wir wieder zurück sind.

Nach dem Abendessen vergnügten wir uns noch lange. U.a. besuchten wir eine wirklich beeindruckende Zaubershow, hörten verschiedenen Live-Bands zu, genossen unsere Drinks und stärkten uns am Mitternachtsbuffet mit Pizza.

30. September 2013

Erst war ich ja etwas skeptisch, ob der Schlaf bei dem doch permanent hörbaren Maschinengeräusch unruhig werden würde, aber er war erstaunlich erholsam.

Das Bett ist bequem, und nach dem morgendlichen Badbesuch machen wir uns in ein paar Minuten auf zum Frühstück. Später werden wir uns dann Bari anschauen, und was der Nachmittag und Abend auf See bringen wird, nun, wir werden sehen.

Die Unterhaltungsmöglichkeiten an Bord sind vielfältig, und Essen und Trinken gibt es nahezu rund um die Uhr. Am Abend haben wir eine Musikshow mit Rossi besucht, einem italienischen Künstler. Wir kannten ihn zwar nicht, aber der Mann kann singen!

Beim Abendessen war bei der Kleidung erneut "leger" angesagt. Später in der Kabine konnten wir im "Today", der täglichen Bordzeitschrift, lesen, dass am 1. Oktober Kapitänscocktail ist und damit zum ersten Mal die guten Klamotten aus dem Schrank dürfen.

01. Oktober 2013

Um 6:30 Uhr kam der Weckruf, und um kurz nach 8 Uhr verliessen wir das Schiff, um nach Olympia zu fahren. Dort fanden über tausend Jahre lang die olympischen Spiele des Altertums statt, bis sie Ende des 4. Jahrhunderts als "heidnisch" verboten wurden. Ursprünglich als Mittel ersonnen, um die ständigen Kriege zwischen den Stadtstaaten im heutigen Griechenland einzudämmen, entwickelten sie sich zum Wettkampf der Besten.

Zu den Disziplinen gehörten damals aber beileibe nicht nur sportliche Wettbewerbe, sondern auch solche, die Geist und Kultur stärken sollten. Auch Nero, der römische Kaiser, gewann einmal bei Olympia in einem der musischen Wettbewerbe. Er war zwar nicht der Beste, aber er war der Kaiser, und er war, wie allgemein bekannt, ein gefürchteter Tyrann.

Es ist schon spannend, die ehemals prächtigen Anlagen, von denen heute nur noch Ruinen zu sehen sind, zu besichtigen und selbst durch das Stadion zu laufen, in dem großartige Triumphe ebenso stattfanden wie Tragödien.

Das antike Olympiastadion
Olympiastadion

Glücklicherweise sind griechische Wettervorhersagen manchmal genauso "zuverlässig" wie deutsche. Statt des angekündigten Dauerregens haben wir strahlenden Sonnenschein und angenehm warme Temperaturen. Das haben etliche von uns natürlich sofort genutzt, um ein wenig Bräune zu tanken. Zwar ist die See etwas kabbelig, und die Bewegung des Schiffs ist deutlich zu spüren, aber zumindest unter den Altersgenossen sind bis jetzt keine "Opfer" zu finden.

Übrigens dürfen sich alle Leser auf schöne Fotos freuen, die hochgeladen werden, sobald wir wieder zu Hause sind. Und auch erst dann wird schön formatiert, denn die Internetverbindung über Satellit vom Schiff aus ist eine einzige Zumutung...

Jetzt wird es so langsam Zeit, sich auf den Kapitänscocktail vorzubereiten, denn wir haben eine Stunde Zeitunterschied, d.h. in rund 2 Stunden ist es soweit. Die nächsten Infos folgen.

02. Oktober 2013

Izmir ist die drittgrößte Stadt der Türkei nach Istanbul und Ankara. Für einige Stunden sind auch wir Teil dieser 4,5- Millionen-Metropole, deren Anfänge rund 8.500 Jahre zurückreichen.

Schon um 15 Uhr geht es weiter Richtung Istanbul, und am Abend geniessen wir die Show der Crew unter dem Motto "I have a Dream". Dort zeigen sich einige wirklich erstaunliche künstlerische und musikalische Talente.

03. Oktober 2013

Nachdem das Wetter gestern in Izmir noch einigermaßen ok war, empfängt uns Istanbul zwar trocken, aber sehr kühl mit Temperaturen deutlich unter 15 Grad und bewölktem Himmel. Nur ab und zu blitzt die Sonne kurz hinter den Wolken hervor. Um 8:15 Uhr ist Abfahrt zum Ausflug, der uns in die Stadt führen wird. In einem Teppichgeschäft werden uns die Geheimnisse dieser Kunst erklärt, aber bei meist vierstelligen Preisen (oder noch höher) bleibt der sehr freundliche Händler auf seiner Ware sitzen.

Großer Basar in Istanbul
Basar

Beim anschließenden Bummel durch den großen Basar gibt es fast nichts, was es nicht zu kaufen gibt. Einige erliegen den Verlockungen. Manche vergessen das Handeln, was von den Anbietern gnadenlos ausgenutzt wird. Allerdings kauft niemand von uns "edle" Parfüms oder Uhren von Straßenhändlern, die diese zu Schleuderpreisen anbieten.

Die blaue Moschee in Istanbul
Blaue Moschee

Unsere nächste Station ist die "Blaue Moschee", so benannt nach ihren prachtvollen Kacheln im Inneren, die vor allem in Blautönen gehalten sind. Diese ist die örtliche Hauptmoschee. Sie besitzt 6 Minarette und wurde in nur 7 Jahren zwischen 1609 und 1616 erbaut.

Die Hagia Sophia in Istanbul
Hagia Sophia

Am Schluß der Tour besuchen wir die "Heilige Weisheit", die "Hagia Sophia", die ehemalige Hauptkirche der griechisch-orthodoxen Christen. Die ersten beiden Kirchen wurden im 5./6. Jahrhundert erbaut und brannten jeweils nach relativ kurzer Zeit ab. Der jetzige Bau entstand Mitte des 6. Jahrhunderts und wurde im 15. Jahrhundert nach der Eroberung durch die Osmanen zur Moschee. Mittlerweile ist es ein Museum geworden. Leider ist ein großer Teil des Innenraums eingerüstet, aber man kann dennoch die ganze Pracht gut erkennen.

Nach der Rückkehr folgt das späte Mittagessen und anschließend schreibe ich diese Zeilen. Ich bin mal gespannt, wie lange es diesmal dauert, sie online zu bringen.

Heute Abend gibt es einen Cocktailempfang nur für die deutschen Gäste aus Anlass des "Tag der deutschen Einheit". Schönen Feiertag zu Hause!

04. Oktober 2013

Wie geplant haben wir gestern Abend gegen 18:15 Uhr Istanbul in Richtung Dubrovnik verlassen. Es ist mit 890 Seemeilen die längste Einzeletappe und die einzige mit einem echten Seetag.

Letzte Nacht haben wir die Stunde zurückbekommen, die wir vor ein paar Tagen wegen der Zeitumstellung hergeben mussten. So war die Nacht noch etwas länger, was ausgiebig zum Feiern genutzt wurde.

Heute früh gab es einigermaßen milde Temperaturen und etwas Sonne.

Sonnenaufgang
Sonnenaufgang

Mittlerweile hat es sich wieder eingetrübt, und der Wellengang nimmt bei Windgeschwindigkeiten von mehr als 40 km/h zu. Wir nähern uns auf Kurs Süd/Süd/West der Südspitze Griechenlands, um dann allmählich auf einen nördlicheren Kurs zu drehen. Morgen werden wir Dubrovnik als letzte Station unserer Reise gegen Mittag erreichen.

Endlich habe ich nach langer Suche eine Möglichkeit gefunden, einen guten Blick über den Bug hinweg nach vorne zu bekommen und ein paar Bilder zu machen. Ansonsten sind die entsprechenden Bereiche nur für die Crew zugänglich.

Auf jeden Fall wird es nach unserer Rückkehr eine Bildergalerie geben mit vielen Eindrücken von dieser Reise.

05. Oktober 2013

Gestern gab es ein Gala-Dinner mit noch besserem Essen als sonst. Alle (na ja, fast alle) Passagiere hatten sich schick hergerichtet, und anschließend gab es diverse Parties in den verschiedenen Unterhaltungszonen. Im Laufe der Nacht klarte es doch tatsächlich auf, und beim Zubettgehen glitzerte der Sternenhimmel.

Heute früh empfing uns strahlender Sonnenschein, und so sieht es auch im Moment aus. Die Temperatur liegt bei ca. 19 Grad.

Wir manövrieren uns in langsamer Fahrt an Dubrovnik heran. Der Hafen ist für die Costa Fascinosa viel zu klein, weshalb wir vor Anker gehen werden. Anschließend setzen wir mit Tenderbooten über, um uns die Stadt anzuschauen.

Dubrovnik
Dubrovnik

Das Wetter war genau richtig, um sich die Altstadt Dubrovniks in Ruhe anzuschauen. Angenehm mild, nicht zu warm, trocken. Zunächst fuhren wir mit dem Bus zu einem höher gelegenen Aussichtspunkt, von wo wir einen wunderbaren Überblick über die Altstadt samt Schiff hatten. Anschließend folgte der Rundgang auf der "alten" Festungsmauer. "Alt" deshalb, weil diese Stadt, die es jahrhundertelang geschafft hatte, sich aus Konflikten herauszuhalten, in der Tragödie Anfang der 1990er Jahre zu 70% zerstört wurde.

Heute sieht man kaum noch Schäden, da nahezu alles in der Zwischenzeit originalgetreu wieder aufgebaut worden ist. In jedem Fall lohnt sich der Rundgang, auch wenn die Stadt selbst jetzt im Oktober immer noch ziemlich überlaufen wirkt. Und das, obwohl in den Haupt-Urlaubsmonaten Juli und August 3 Mal mehr Touristen da sind...

Anschließend folgte wieder die kurze Überfahrt zurück zum Schiff, wo ich jetzt diese Zeilen schreibe. Mal schauen, was der Abend so bringt - der letzte an Bord. Morgen früh um 8 Uhr muss die Kabine geräumt werden, und kurze Zeit danach geht es in Venedig zum Bus und zurück nach Schwäbisch Gmünd. Vielleicht schaffe ich es ja noch, vor der Abfahrt ein letztes Update vom Schiff aus zu machen.

06. Oktober 2013

Es ist Mitternacht, und der unwiderruflich letzte Tag an Bord hat begonnen. Er wird kurz werden.

Kurs: 336°, Geschwindigkeit 22,1 Knoten, Temperatur 17 Grad, Wind 42,1 km/h, erwartete Ankunft in Venedig 10:00, Ausschiffung geplant um 11:30 Uhr.

Noch einmal hatten wir viel Spaß an diesem letzten Abend, aber auch Kofferpacken war angesagt, denn das Gepäck muss vor 1:00 Uhr vor der Kabine stehen. Jetzt sitze ich zum letzten Mal an Bord am Computer und schreibe diese Zeilen. Etwas Wehmut stellt sich ein, denn wir hatten in den letzten 25 Jahren wirklich großartige Ausflüge. Ruhige Sachen waren dabei, wie z.B. Bad Urach, verrückte Ideen wie unser erster "Schnapszahlausflug" zum 44er, bei dem wir dem Ballermann auf Mallorca gezeigt haben, wie ein AGV aus Schwäbisch Gmünd feiern kann. Hamburg vor etlichen Jahren mit dem "König der Löwen"-Musical als Höhepunkt, München, Augsburg, Saarschleife, Franken und so viele mehr -  aber dieser übertrifft sie alle, zumindest nach meiner ganz subjektiven Meinung.

Danke an Uli für die tolle Organisation, danke an das Team auf der Costa Fascinosa, die uns eine herrliche Woche beschert haben, danke an alle, die dabei waren, für eine großartige Zeit miteinander. Es hat so viel Spaß gemacht mit Euch, und ich denke, wir alle freuen uns schon auf das nächste Mal. Und allen Vereinsmitgliedern, die nicht dabei sein konnten, sei ans Herz gelegt, sich für zukünftige Ausflüge wieder anzumelden.

07. Oktober 2013

Der Ausflug ist vorbei, wir sind wieder zu Hause angekommen. Die Artikel an die Lokalzeitungen sind verschickt, und auch ein paar Bilder sind natürlich mit dabei. Hier auf der Homepage wird es noch ein wenig dauern, bis alle Bilder online gehen, denn allein ich habe über 350 gemacht und war damit eher einer derjenigen mit einer "geringen" Ausbeute. Aber keine Sorge, die Bilder werden kommen.

Und zumindest ein kleiner Vorgeschmack ist ja hier, in diesem Reisetagebuch, auch schon zu sehen... 

Die "Kreuzfahrer"
Die "Kreuzfahrer"