Kloster Lorch

Zahlreiche Mitglieder samt PartnerInnen trafen sich am 9. Juni auf dem Parkplatz vor dem Kloster Lorch.

Es sollte nicht nur eine einfache Besichtigung werden. Stattdessen bekamen wir eine sehr interessante Führung, die besonders intensiv auf Friedrich II. einging. Dieser, ein Enkel von "Rotbart" Friedrich Barbarossa, lebte von 1194 bis 1250 und wurde häufig als "stupor mundi" bezeichnet, was "Staunen der Welt" bedeutet. Der Grund: er war für damalige Verhältnisse ganz außergewöhnlich gut und umfassend gebildet.

So sprach er nicht nur mehrere Sprachen, sondern tat sich auch auf anderen Gebieten hervor. Er war z.B. ein ausgezeichneter Architekt und ließ zahlreiche Bauten errichten, von denen das berühmteste wohl die achteckige Burg Castel Del Monte ist. Seine Lieblingsbeschäftigung jedoch war die Falkenjagd, über die er ein Buch schrieb, das bis heute als das wohl umfassendste Standardwerk zu diesem Thema gilt.

Das Kloster selbst wurde von Herzog Friedrich von Staufen als Grablege 1102 gestiftet. Er war der Großvater Barbarossas und der Stammvater des späteren Kaisergeschlechts. Folgerichtig liegen zahlreiche Staufer in der Klosterkirche begraben, allerdings nicht der Rotbart. Er ertrank bekanntermaßen 1190 auf einem Kreuzzug, doch niemand weiß, wo sich seine letzte Ruhestätte befindet. Dafür weiß man jedoch, dass Agnes hier begraben wurde, die Stifterin der Gmünder Johanniskirche und Gemahlin von Friedrich von Staufen.

Zum Abschluss der Führung schauten wir uns noch intensiv das Stauferrundbild an, das von Hans Kloss in fast fünfjähriger Arbeit großartig gestaltet wurde. Man könnte allein mit dem Betrachten dieses Bildes viele Stunden verbringen, ohne dass es jemals langweilig würde.