Begrüßungsabend

Die Hauptversammlung hatte seinerzeit beschlossen, ein traditionelles 60er-Fest zu feiern. Wir trafen uns also Donnerstags im Hof der Augustinuskirche zum Festauftakt.

Der Gottesdienst wurde zu einer gleichsam fröhlichen und nachdenklichen Feier „Auf der Suche nach dem Glück“. Johannes Josef Miller und Axel Wilhelm hatten uns schon vor 20 Jahren begleitet, und es erwies sich als Glücksfall, dass sie auch dieses Mal wieder dabei waren. Ihr Dialog zwischen „Optimist“ und „Pessimist“ regte zum Nachdenken an. Er zeigte aber auch sehr deutlich, wieviel der einzelne Mensch dazu tun kann – und muss – damit sie oder er ein lebenswertes Leben hat.

Die „Swabian Brass“ untermalten den Gottesdienst musikalisch, und auch unser 1. Vorstand Uli Köhler trug am Klavier dazu bei. Und als Nadine Bruhse-Palme mit ihrer wundervollen Stimme Leonard Cohens „Hallelujah“ anstimmte, sah man in so manchen Augen ein verdächtiges Schimmern.

Es war ein wundervoller Auftakt, der sich im Innenhof nahtlos fortsetzte, wo man beim obligatorischen Sektempfang und guten Gesprächen die gute Stimmung fast schon mit Händen greifen konnte.

Weiter ging es im „Hotel am Remspark“, wo das Restaurant im 7. Stock samt Dachterrasse exklusiv für uns reserviert war. Bei leckeren Speisen und guten Getränken wurde die Stimmung noch besser, und als Achim „Paula“ und Hubbe mit ihrer schwäbischen Comedy begannen, gab es kein Halten mehr. Der Abend wurde noch richtig lang, und um Mitternacht ertönte ein „Happy Birthday“ für unseren „Kiwi“.

Grabbesuch

Zum ersten Mal stand uns ein Besuch bevor, auf den wohl jeder AGV gerne so lange wie möglich verzichten möchte. Wir trafen uns auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof, um unserer verstorbenen Altersgenossin Gabi Walter zu gedenken. Uli Köhler sprach einige Worte, und Blumen wurden niedergelegt. Danach gingen wir noch am frischen Grab von Thomas Steeb vorbei, der viel zu früh verstorben ist und so unendlich viel für die Altergenossen-Bewegung in Schwäbisch Gmünd getan hat.

Festumzug

Um 7:30 Uhr trafen wir uns im „Paradies“ zum Sektfrühstück, bevor wir uns zum Festumzug aufstellten unter dem Motto „Zum Glück geboren“. Um 8:30 Uhr setzte sich der Umzug in Bewegung. Allerdings ging es nur langsam voran, denn wir wurden mit Blumen überhäuft, und die Zahl der Gratulanten war schon am frühen Morgen groß. So trafen wir mit Verspätung am Johannisturm ein, um den „Alois“ zu singen, und auch der Festgottesdienst im Münster unter der Überschrift „Glückssache“ begann mit 30 Minuten Verspätung erst um 10 Uhr.

Unter der Leitung von Münsterpfarrer Robert Kloker erlebten wir einen wundervoll festlichen Gottesdienst, umrahmt vom Kolpingchor und Stephan Beck an der Orgel. Musikalische Beiträge kamen ebenso von Uli Köhler, der sich sichtlich darüber freute, die große Münsterorgel spielen zu können, sowie von seiner Tochter Valerie an der Klarinette und Petra Burger an der Trompete.

Wir schafften es fast pünktlich zum zweiten Umzug, hatten die Verspätung bis auf wenige Minuten aufgeholt. Was allerdings dann geschah, war einfach nur unglaublich, denn die Zahl der Gratulanten war noch um ein Vielfaches höher als am Morgen, und der Zug ging nochmals langsamer voran. Auch zahlreiche Gruppen waren da, ob Lauftreff, Guggenmusiker, Vereine oder andere, um „ihren“ Altersgenossen zu gratulieren, ein Ständchen zu bringen oder Geschenke zu übergeben. Über die Verspätung beim zweiten Umzug schweigt der Chronist an dieser Stelle höflich. Stattdessen ist eines sicher: die Umzüge werden von Mal zu Mal schöner, weil man als Teilnehmer jedes Mal entspannter und gelassener wird und noch mehr genießen kann. Es war einfach nur großartig.

Als wir schließlich zum Mittagessen in der Villa Hirzel eintrafen, war die Zeit des Nachmittagskaffees gar nicht mehr so fern. Wir haben es uns trotzdem schmecken lassen und uns für den anstehenden Festabend gestärkt.

Festabend

Pünktlich um 19:58 zogen die Altersgenossen zu Christina Stürmers „Seite an Seite“ in den großen Saal des CCS ein, wo sich (fast) alle den Gästen namentlich vorstellten, denn unser 1. Vorstand Uli Köhler wurde von der 2. Vorsitzenden Ute Oker angekündigt, bevor er das Wort ergriff. Nach der Begrüßung durch ihn richtete OB Richard Arnold einige Sätze an das Publikum, bevor zu den Klängen der Tanzband „Ikarus“ der Eröffnungswalzer folgte.

Natürlich hatten wir mehrere Programmpunkte vorbereitet, und den Auftakt machten die „Karren Foster Dancers“ mit ihrer Show, die vom Publikum bejubelt wurde. Etwas später folgte ein „Komisches Terzett für drei Herren“ mit dem Titel „Ein fideles Gefängnis“. Uli Köhler, Dieter Baur und Roland Wendel lieferten ein köstliches musikalisches Kabinettstückchen ab und wurden dabei am Klavier von Markus Grimm begleitet. Auch hier wollte der Beifall des Publikums kaum enden.

Der Höhepunkt des Abends, an dem alle Altersgenossen beteiligt waren, sollte aber noch folgen. Gegen 22:45 Uhr und damit etwas später als geplant, marschierten die Altersgenossen zu den Klängen des „River Kwai March“ in den Saal, der 1958 weltweit der größte Hit war.

Zu Songs aus den Jahren 1968 (What a Wonderful World), 1978 (Night Fever), 1988 (Don‘t Worry, Be Happy), 1998 (This Kiss) und 2008 (Ein Stern) lieferten die 58er eine Vorstellung ab, die zuvor in mehreren Proben mit Karren Foster einstudiert worden war. Den Schluss bildete der aktuelle Song „Feuerwerk“ von Wincent Weiss, denn natürlich hoffen wir sehr, dass uns noch das eine oder andere Feuerwerk in unserem Leben bevorsteht.

Um kurz vor Mitternacht erklang Celine Dions „My Heart Will Go On“, das traditionelle Signal für die Vereinsmitglieder, sich auf der Bühne zu versammeln, um den „Alois“ zu singen. Diesmal folgte aber sogleich noch ein „Happy Birthday“, in das der ganze Saal einstimmte. Unser Mitglied Ralf Hoffmann konnte um Mitternacht ebenso seinen Geburtstag feiern wie einige andere Gäste.

Bevor Uli Köhler allerdings den offiziellen Teil beschließen konnte, bekam er von "seinen" Vereinsmitgliedern noch ein kleines Dankeschön in Form eines Ständchens und eines Gutscheins.

Blaufahrt

Pünktlich um 7:45 Uhr setzte sich der Bus von der Schwerzerhalle aus in Bewegung, allerdings nicht besonders weit. Schon an unserem Stammtischlokal „Hinz & Kunz“ war der erste Stopp, wo „unsere“ Melli extra für uns geöffnet hatte, damit wir uns bei einem köstlichen Frühstück stärken konnten.

Danach fuhren wir unter dem Motto „Wozu in die Ferne schweifen...“ nach Stuttgart, um einen alten Bekannten zu besuchen. Auf der Degerlocher Höhe fuhren wir hoch auf den Fernsehturm, und von vielen Altersgenossen kamen Aussagen wie „Wie schön, ich war als Kind zuletzt hier oben“ oder ähnlich. Als dann auch noch Walter Killinger und unser Uli den „Alois“ bliesen und wir dazu sangen, war die Stimmung schon am Vormittag auf einem ersten Höhepunkt.

Weiter ging es nach Bad Cannstatt, von wo aus wir zu einer „Kreuzfahrt“ mit dem Partyfloß auf dem Neckar ablegten, allerdings erst, nachdem wir in einer kleinen Prüfung nachgewiesen hatten, dass wir auch tauglich dafür waren, was durch eine Medaille bestätigt wurde. Bei leckerem Essen vom Grill verging die Zeit rasch, und nicht nur das Organisationsteam freute sich, dass alles so wunderbar lief.

Anschließend fuhren wir mit dem Bus nach Ludwigsburg zum Schloss, wo uns Kaffee und Kuchen erwarteten. Nach der Stärkung teilten wir uns in zwei Gruppen auf, um an einer Führung teilzunehmen. Je nach Losglück erkundeten wir mit der Kammerzofe Christine bzw. mit dem Baron von Bühler das Residenzschloss des Herzogs Carl Eugen.

Weiter ging es zur letzten Station des Tages, zur idyllischen Hagmühle bei Alfdorf. Dort erwartete uns nicht nur leckeres Essen, sondern auch Otto mit der Quetsche, der nicht nur Musik machte, sondern auch viel Lustiges und diverse Zauberkunststücke vorführte, wobei das Publikum kräftig mitmachen durfte bzw. musste. Gegen 23:30 ging es dann zurück nach Schwäbisch Gmünd, wo an der Schwerzerhalle bereits unsere Abholer warteten.

So endete unser 60er Fest … noch nicht ganz, denn im Herbst folgt noch eine letzte Abschlussveranstaltung. Einig waren sich aber alle, die dabei waren: es war wieder eine tolle Zeit mit viel Spaß, und wir freuen uns schon auf das nächste Mal.